Aktualisiert: RAL Gütezeichen für Wärmedämmung und Baustoff-Recycling

Nahrungsmittel, Dienstleistungen, Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Für fast alles, was wir heute nutzen, gibt es Qualitäts- und Gütesiegel. Hübsch bunt zieren sie Verpackungen und Broschüren und geben Kunden vor allem eines: ein gutes Gefühl. Also die Sicherheit, dass ein Produkt und seine Verarbeitung im Alltag halten, was sie versprechen. Dass ein Fachbetrieb nach neuesten technischen Standards arbeitet. Dass beispielsweise eine Hauswandverkleidung niemandem schadet, lange hält und die erwarteten ökologischen und (energie-)wirtschaftlichen Werte stiftet.

Doch selbst das schönste Qualitätszeichen ist nur so gut wie die Standards, Prüf- und Aktualisierungsprozesse, mit denen es hinterlegt ist. Wenn es um belastbare Gütenachweise insbesondere für Baustoffe und Baubetriebe geht, wird die Luft schnell dünn. Dabei ist es gerade diese langfristige, unbedingte Verlässlichkeit, die Fassadenbauer und Baustellenfachpersonal für ihre Arbeit und Existenzsicherung brauchen. Eine Organisation nimmt diesen Bedarf besonders ernst: Im November 2016 hat RAL seine Gütezeichen für „Wärmedämmung von Fassaden im Verbundsystem“ und „Recycling-Baustoffe – stationäre Aufbereitung“ auf den neuesten Stand gebracht.

WDVS-Fassaden nach RAL: Das Neue steckt im Detail

Betriebe, die das RAL Gütezeichen „Wärmedämmung von Fassaden im Verbundsystem“ führen, stehen für besonders hochwertige Dämmarbeiten – von der Planung und Berechnung über die Auswahl einwandfreier Materialien bis zur kontinuierlichen Überwachung der Montage nach aktuellem Stand der Technik. Mit steigender Nachfrage und neuer Aufmerksamkeit seitens der Behörden und der Industrie ändern sich die Möglichkeiten, Standards sowie die Energieeinsparverordnung (EnEV) allerdings schneller als bisher. Das aktualisierte RAL Gütezeichen greift die Entwicklung in vielen kleinen Anpassungen auf. Die Modifikationen umfassen Material- und Verarbeitungshinweise, zielen aber auch auf Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und sinnvolle Betriebsabläufe. Es lohnt sich also, die vielen einzelnen Neuerungen zu studieren und zu schauen, was für den eigenen Betrieb relevant wird. Dies nicht nur, um die Zertifizierung zu erhalten: Es könnten sich auch Erleichterungen im Kleingedruckten verbergen.

RAL Recycling: Neuregelungen einplanen und Kosten sparen

Recycling-Baustoffe mit dem RAL Gütezeichen gelten in technischer und ökologischer Hinsicht als gleichwertig zu Primärbaustoffen. Auch Wärmedämmplatten können problemlos in so entstehenden Wertstoffkreisläufen zirkulieren, wenn sie frei von HBCD-basiertem Flammschutz sind.   Entscheidend wird, sie von Fremdstoffen wie Lösemittel- und Klebstoffresten, Putz oder Mörtel zu befreien.

Gerade jetzt, wo viele Dämmsysteme der ersten Generation vor einer Erneuerung stehen, lohnt es sich für das Bauhandwerk, die Neuregelungen für Baustoff-Recycling nach RAL im Blick zu behalten. Das kann die Entsorgung erleichtern und Kosten sparen. Am einfachsten ist dazu die Rücksprache mit dem RAL Gütezeichen führenden Recycling-Betrieb. Der kann schnell sagen, was sich in der Zusammenarbeit ändern muss. Zudem profitiert jede neu aufzubringende Wärmedämmung von vornherein von rückbaufreundlichen technischen Innovationen, denn die Wiederverwertung wird deutlich einfacher, wenn schon bei der Auswahl des Systems an sein Recycling gedacht wird.

Wer prüft die Güte der Gütesiegel?

RAL, das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung, gilt als einer der Gütezeichen-Vergeber, der für besonders hohe Qualitätsanforderungen an Produkte und Dienstleistungen bekannt ist. Die heute rund 160 RAL Gütezeichen werden kontinuierlich überwacht und mit der Technologie weiterentwickelt. Das Besondere: RAL ist Dachorganisation für über 130 Gütegemeinschaften, die von Hersteller- und Dienstleistungsunternehmen getragen werden. Zu ihnen gehört beispielsweise die RAL Gütegemeinschaft Wärmedämmung von Fassaden. Die Gütekriterien entstehen also auf Basis führender Fachkompetenz und des Best-Practice-Wissens der gesamten Branche, somit unabhängig und transparent.

Sich regelmäßig informieren ist nicht nur Ehrensache

Hersteller und Betriebe, die Mitglied einer gewerke- und materialspezifischen RAL Gütegemeinschaft sind, haben einen Vorteil: Sie wissen in der Regel früh von anstehenden Normenänderungen in ihrem und den benachbarten Bereichen, weil sie in deren Entwicklung einbezogen sind. So können sie ihre Produkte und Prozesse rechtzeitig auf die neuen Güteanforderungen einstellen.

Alle, die ohne RAL-Zertifizierung nach vergleichbaren Standards arbeiten wollen, fahren sicher, wenn ihre Lieferanten oder Partner Mitglied einer entsprechenden Gütegemeinschaft sind. Grundsätzlich sollten sich alle Baubetriebe regelmäßig informieren, ob sich in den Gebrauchsanweisungen ihrer Werkstoffe etwas ändert. Insbesondere, wenn die Standards in der Wiederaufbereitung angehoben werden, entstehen schnell neue Anforderungen für Material und Verarbeitungsvorschriften. Sie wirken sowohl auf das fachgerechte Abschlagen von Baustoffen aus dem Bestand als auch für die gütegesicherte Neuplanung.

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