Gesundheit am Arbeitsplatz: Das Projekt „My Future Office“

Im Schnitt verbringen Erwerbstätige 40 Stunden pro Woche im Büro. Räumlichkeiten und bauliche Gegebenheiten bei der Arbeit haben einen maßgeblichen Einfluss auf das körperliche und psychische Wohlbefinden. Stimmen sie nicht, beeinträchtigen sie Motivation und Leistungsfähigkeit – und machen im schlimmsten Falle krank. Das kostet: Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin schätzt den Ausfall an Bruttowertschöpfung durch Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2015 auf 113 Milliarden Euro. Es gibt also gute Gründe, dem Thema Gesundheit am Arbeitsplatz verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken. Das tut das Projekt „My Future Office“. Für die Projektbeteiligten steht außer Frage: Gesunde, leistungsfördernde und rentable Büros sind möglich. Wie die aussehen könnten, soll das Forschungsvorhaben in den nächsten Monaten zeigen.

Das gesunde Büro: Damit Arbeit nicht krank macht

Früher hat vor allem harte Arbeit den Körper belastet. Heute ist es insbesondere bei Bürojobs zunehmend die psychische Beanspruchung durch Arbeitsdichte und Zeitdruck – und ein Arbeitsumfeld, das die Gesundheit beeinträchtigt, weil es wesentliche Faktoren außer Acht lässt:

  • Die Luftfeuchtigkeit: Trockene Heizungsluft und Klimaanlagen machen den Augen zu schaffen – besonders in Kombination mit Bildschirmarbeit. Ideal sind zwischen 40 Prozent und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Grünpflanzen, Luftbefeuchter und regelmäßiges Stoßlüften helfen, diese zu erreichen.
  • Die Akustik: Geräuscharme Geräte oder Maschinen in Kombination mit schallisolierenden Dämmstoffen erleichtern die Konzentration und steigern die Leistungsfähigkeit.
  • Das Licht: Je mehr natürliches Licht vorhanden ist, desto angenehmer ist die Arbeit. Die Beleuchtung sollte dem Tageslicht möglichst nahe kommen.
  • Die Einrichtung: Optimal im Raum verteilte Ausstattungselemente und ergonomische Möbel sorgendafür, dass man gesund sitzend arbeitet – und sich dabei ausreichend bewegt.
  • Das Raumklima: Gefragt sind emissionsarme Baustoffe und Ausstattungsmaterialien, die unbedenklich im Hinblick auf Schadstoffe wie CO2, Lösemittel und Formaldehyd sind.

Isoliert bringen gesundheitsfördernde Maßnahmen wenig. Effizient sind sie erst im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts, das mit der nötigen Expertise entwickelt und umgesetzt wird: Von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen, die Hand in Hand arbeiten. Genau darum geht es bei „My Future Office“.

Trends 2017: Baubranche

Zu den Themen des Jahres gehören vor allem energieeffiziente Gebäude. Dank innovativer Fassadenlösungen und Smart Building Materials können Architekten und Ingenieure zunehmend klimaneutral bauen. Die Nutzung solarer Energie für die Strom- und Wärmeerzeugung wird dabei immer wichtiger. Darüber hinaus ist die Digitalisierung in der Baubranche auf dem Vormarsch. Hier spielt nicht nur die Arbeitsweise des Building Information Modelling (BIM) eine Rolle, sondern auch Home Automation, die digitale Vernetzung von Gebäudetechnik. Welche Bautrends im Jahr 2017 außerdem zu erwarten sind, erfahren Sie in unserer Rubrik Trending Topics.


„My Future Office“: Für eine nachhaltige Bürogestaltung

Im Herbst 2016 haben das Sentinel Haus Institut und der TÜV Rheinland das Projekt „My Future Office“ an den Start gebracht. Initiiert wurde es von elf renommierten Baustoffherstellern. Ziel ist, gemeinsam mit Wissenschaftlern, Arbeits- und Umweltmedizinern sowie Juristen Lösungen für eine nachhaltige Architektur im Objektbau zu entwickeln. Denn: Gesundheit ist ein emotionales Thema. Es kann entscheidend sein – auch bei der Jobwahl. Der internationale Wettbewerb um die besten Fachkräfte ist hart. Ein angenehmes Arbeitsumfeld hilft nicht nur, Mitarbeiter zu rekrutieren und langfristig an ein Unternehmen zu binden. Es steigert zudem den Wert einer Immobilie – und langfristig den wirtschaftlichen Erfolg.

Vom Modellraum zum Bauprojekt

In einer ersten Forschungsphase erarbeiten die Projektpartner die Grundlagen für die praktische Umsetzung. Die erfolgt zunächst in Form von Modellräumen. Dabei werden Open Space-Umgebungen und Einzelbüroszenarien mit Trennwänden in Massiv- oder Holzbauweise durchgespielt. Der TÜV Rheinland führt gesonderte Prüfkammeruntersuchungen von Bau- und Einrichtungsprodukten durch, um den Einfluss von Schadstoffemissionen auf die Qualität der Innenraumluft zu zeigen. Besucher können das Zusammenwirken verschiedener Parameter – Licht, Luft, Akustik – in den Modellräumen direkt erleben. Geplant ist, die Ergebnisse im zweiten Quartal 2017 vorzustellen. Danach geht das Projekt in die Praxisphase: Namhafte Architekten setzen zusammen mit Investoren die Erkenntnisse aus der Forschung in reale Bauvorhaben um.

Projektpartner tremco illbruck

Nachhaltiges Bauen funktioniert nur mit nachhaltigen Baustoffen. tremco illbruck stellt als Projektpartner den JF100 Fugenfüller zur Verfügung. Die „gesunde Abdichtung“ leistet ihren Beitrag zur Qualität der Innenraumluft. Weitere Produkte aus dem Bereich Fensterabdichtung sind ebenfalls für den Einsatz angedacht. „My Future Office“ ist nicht das erste Engagement bei Forschungsbestreben zur nachhaltigen Architektur für tremco illbruck. Bereits 2015 war der Baustoffhersteller als Partner des Sentinel Haus Instituts an der Aktion „Gesunder Lebensraum Schule“ beteiligt. Regional arbeitet man regelmäßig bei Bauprojekten zusammen.

Mission „Nachhaltiges Bauen“: Das Sentinel Haus

Wohngesundheit ist ein wichtiges Thema – nicht nur bei Allergien und Chemikalien-Sensitivität. Die richtigen Baustoffe und eine fachgerechte Verarbeitung spielen dabei eine entscheidende Rolle. Das Sentinel Haus Institut hat sich zum Ziel gesetzt, gesunde Lebensräume in energieeffizienten Gebäuden zum bezahlbaren Standard zu machen: von der Schadstoffsanierung und -prävention über die Sanierung von Bauschäden bis zum wohngesunden Neubau. Die institutseigene Akademie bietet zudem Seminare und Zertifizierungen für Fachhandwerker, Bauunternehmen, Planer, Architekten und den Baustofffachhandel an. Wer emissionsgeprüfte Produkte oder nachhaltige Bauleistungen anbietet, können Bauherren im Sentinel-Bauverzeichnis nachlesen.

Dem gesunden Büro gehört die Zukunft

Gesunde, leistungsfördernde und rentable Büros sind möglich – das will das Projekt „My Future Office“ zeigen. Welche Erkenntnisse das Forschungsvorhaben zu Tage bringt und wie die daraus entwickelten Lösungsansätze in der Praxis umgesetzt werden, bleibt spannend. Die Projekt-Website informiert regelmäßig über die neuesten Entwicklungen. Was jetzt schon fest steht: Energieeffiziente Gebäude mit luftdichten Gebäudehüllen erfordern ein gutes Bau-Qualitätsmanagement, nachhaltige Bauprodukte und einen fachgerechten Einbau, um den Anforderungen an den Objektbau in Zukunft gerecht zu werden.

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